Hic Sunt Leones 2024




















Der fotografische Blick auf Grenzen erzählt immer auch eine Geschichte über Identität, Zugehörigkeit und Wahrnehmung. Gabriele Spalluto hat sämtliche Grenzübergänge der Schweiz dokumentiert: die unscheinbaren Übergänge, Schranken, Schilder und Strassenabschnitte, an denen Staatsgebiet konkret erfahrbar wird. Seine Bilder zeigen jene Orte, an denen die Schweiz buchstäblich endet oder beginnt – alltägliche, oft beiläufige Räume, die dennoch politisch hoch aufgeladen sind. Die Grenze erscheint dabei weniger als dramatische Trennlinie denn als nüchterne Infrastruktur, und gerade darin liegt ihre erzählerische Kraft.
In einem erweiterten, künstlerischen Kontext steht das Buch «Hic Sunt Leones», erschienen bei Artphilein Editions. Der lateinische Titel «Hier sind Löwen» verweist auf alte Karten, auf denen unbekannte Gebiete mit warnenden Vermerken oder Fabelwesen markiert wurden. Das Unbekannte, das Jenseitige, das potenziell Gefährliche, all das schwingt in dieser historischen Wendung mit. Im fotografischen Werk wird der Ausdruck zum poetischen Kommentar über Räume am Rand, über Übergänge zwischen Bekanntem und Fremdem, zwischen Vertrautem und Projektionsfläche.
So wird aus der nüchternen Dokumentation der letzten Meter ein Nachdenken über das Prinzip Grenze selbst. «Hic Sunt Leones» steht dabei nicht mehr für reale Gefahren, sondern für die Bereitschaft, das Unbekannte auszuhalten oder es neu zu kartieren.
Hic Sunt Leones
Verlag: Artphilein Editions, Paradiso
Fotografie: Gabriele Spalluto
Konzept & Gestaltung: unfolded (Gabriele Spalluto & Friedrich-W. Graf)
Zeitraum: 2024
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Materialworld
Grösse: 165 × 214 mm
Umfang: 356 Seiten
Schrift: GT Alpina (Grilli Type)
Papier: GalerieArt Natural, 120 g/m²
Material Umschlag: GalerieArt Natural, 300 g/m²
Druckverfahren: Digital, 4/4-farbig
Druckerei: Si.Z Industria Grafica, Zevio
Bindeart: Klappenbroschur mit Klebebindung
Auflage: 250 Exemplare