Mimesis 2012














Dossier für Kunst und Bau, Gemeinsame Schule der Nachrichtendienste in Berlin, Bundesnachrichtendienst (BND) und Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) im eingeladenen Wettbewerb.
Bei dem Projekt «Mimesis» handelt es sich um eine grossflächige Bespielung der Eingangsbereiche mit wandfüllenden Fototapeten. Den Hauptimpuls zur Konzeption der Arbeit gab die Methode der Legendierung. Legende bezeichnet im Jargon von polizeilichen Behörden, Geheimdiensten und Nachrichtendiensten eine zwecks Verschleierung von Identitäten oder Absichten ganz oder in Teilen erfundene oder geänderte Biografie oder eine vorgetäuschte Begründung von Handlungen.
Diesem Prinzip entlehnt gibt die raumbeherrschende Fototapete nur vordergründig vor Kunst zu sein. In Wirklichkeit führt sie etwas ganz anderes im Schilde! Simultan zu diesem Motiv (das an dieser Stelle nicht genauer benannt werden kann), orientiert sich die Arbeit am Fehlen einer öffentlichen Bildwerdung geheimdienstlicher Tätigkeit. Durch ein allgemeines Unwissen über die konkrete Beschaffenheit und Gestalt geheimdienstlicher Arbeit, ist diese besonders geeignet zu einer beraunten Mythenbildung und wiederspiegelt dieses Projektionspotential in der Figur des in popkulturellen Genres wie im Actionfilm vorkommenden Geheimagenten.
Entgegengesetzt einer ausdefinierten und idealisierten Agententätigkeit wie sie in literarischen oder filmischen Formaten anzutreffen ist, setzt die fotografische Wandarbeit im höchst unscharfen Bereich des Un/Vermutbaren an ohne diesen tatsächlich zu verlassen. Die Motivik zollt mit ihrer äusserst epischen Banalität der Kunst der Geheimhaltung Tribut und verrät uns nichts. Die ProtagonistInnen, allesamt «Styroporkameraden», tragen international austauschbare, generische Kleidung und sind mit grundeinfachen Handlungen wie «Im-Auto-sitzen» beschäftigt. Die am Betrachter gemessen überdimensionierten Figuren werden durch die Ueberpräsenz noch uncharakteristischer. Vage und schemenartig versucht die Arbeit eine Ästhetik der Geheimhaltung zu benennen und diese unpretentiös und dezent in eine visuelle Gestalt zu formen.
Mimesis
Künstler: Stefan Burger
Auftraggeber: Bundesnachrichtendienst und Bundesamt für Verfassungsschutz
Konzept & Gestaltung: unfolded (Team: Stefan Burger & Friedrich-W. Graf)
Zeitraum: 2012
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Materialworld
Grösse: 210 × 275 mm
Umfang: 38 Seiten
Schrift: Akzidenz Grotesk (Berthold)
Papier: Lessebo Ivory, 100 g/m²
Druckverfahren: Digital, 4/4-farbig
Bindeart: Klammerheftung
Druckerei: fold, Zürich
Auflage: 10 Exemplare

