Sankt Galler Schwund 2021








Ausgehend vom Schrumpfungsprozess im Metallgussverfahren führt Stefan Burger mit «Sankt Galler Schwund» den Verlust als bildhauerische Strategie ins Feld. Die Skulptur besteht aus einem um fünf Prozent verkleinerten Wäscheständer sowie einer vereinzelten Socke. Im Gegensatz zum oftmals platzanfälligeren bildhauerischen Verfahren der massstäblichen Vergrösserung lässt sich die Skulptur «Sankt Galler Schwund» nicht nur praktischerweise zusammenklappen und zum Beispiel hinter einem Möbel verstauen, sondern kommt schon von Beginn an mit dem Angebot der Selbstauflösung daher.
Die Auflösung – oder das völlige Verschwinden – des Objekts ist Teil des Konzepts. Daher war es essenziell, das Kunstobjekt zusammen mit seiner Schachtel mitzudenken. Dazu hat Stefan Burger säurefreie Zelluloseschachteln mit aufwendigem Siebdruck bedrucken lassen. Neben Werkinfos und Signatur ziert die Schachtel eine Fotografie von Stefan Burger aus dem Sitterwerk-Atelier: Ein vertikal aufgerichtetes metallisches Tischuntergestell steht gegen die Wand, wird selbst zu einer Art Textilständer. Über ein Bein hängt zufällig ein ausgefranstes Stück Stoff, das dem Künstler seit Jahren als Abdunklung der Türritzen während der Arbeit in der Dunkelkammer dient.
Gefertigt ist die Skulptur aus einer einzelnen Baumwollsocke, pulverbeschichtetem Stahl, PU-Schaum sowie einer Zellulose-Stülpschachtel mit Siebdruck. Die Edition wird begleitet durch eine Sonderausführung (2 Stück) in rostiger Variante. Zusätzlich erhältlich ist eine Auflage von 40 Baumwollsockenpaaren.
Stefan Burger – Sankt Galler Schwund
Herausgeber: Stiftung Sitterwerk
Fotografie: Stefan Burger
Konzept & Gestaltung: unfolded (Team: Stefan Burger & Friedrich-W. Graf)
Zeitraum: 2021
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Materialworld
Grösse: 122 × 63 × 10 cm
Schrift: Unica77 (Lineto)
Papier: Colorplan, 270 g/m² (Candy Pink)
Metallarbeiten: Kunstgiesserei St. Gallen
Baumwollsocke: Rukka, Tübach
Druckverfahren: Siebdruck, 2/0-farbig; Etikett: 1/0-farbig
Druckerei: Hagmann Siebdruck, Winterthur; Esther Schena, Zürich
Auflage: Edition von 10 + AP 2 + SE 2; 40 Baumwollsockenpaare


